Life Moments

When the wolves come out tonight

Heute Nachmittag war ich wieder im Wald. Pilze sammeln. Nach Neumond sollen sie besonders gut wachsen. Mein Fund: 4 knackige Maronen. Das Abendessen ist gesichert.

Auf dem Weg – mit meinem Pilzkörbchen, fast wie Rotkäppchen – traf ich einen Mann mit seinem Hund. Wir kamen ins Gespräch. Was er mir erzählte, möchte ich gerne mit Dir teilen. 

Es gibt wieder viele Wölfe im Nuthe-Urstromtal. Ein paar Meter von meinem Haus entfernt sind Lager-Spuren zu finden. Ein paar Meter weiter in die andere Richtung, in den alten Bunkern, warten die Jungtiere derzeit auf die Rückkehr der Alttiere. Die Wasserstelle ist auch nur ein paar Meter von meinem Haus entfernt. Dort sind Spuren zu sehen, so groß, dass die Tatzen des Hundes, den der Mann bei sich hatte, darin versinken. Es ist ein sehr großer, starker Hund. Der Unterschied zwischen Hunde- und Wolfsspuren ist in der Größe – und der Krallenlänge zu sehen. Wölfe haben deutlich längere Krallen.

Sie halten sich in mittlerweile recht großer Anzahl – man spricht von Rudeln (Mehrzahl) im und um das Dorf herum in den Wäldern auf. Kaninchen, Hasen, Rehe, Hirsche und Wildschweine stehen u.a. auf ihrem Speiseplan. Sie sind nachtaktiv – nur wenn ein männlicher Wolf Konkurrenz bekommt und von einem stärkeren Wolf vertrieben wird, sind sie auch mal bei Tageslicht zu sehen – auf der Suche nach einem neuen Revier.

Einige Einwohner sind angeblich wegen der Wölfe von hier weggezogen. Sie trauten sich wegen der Wölfe nicht mehr, durch den Wald zu joggen – und das war ihnen so wichtig, dass sie dann woanders hinzogen.

Man soll sich, so der Rat des Mannes, eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit nicht mehr im Wald aufhalten. Und sollte ein nächtlicher Waldbesuch doch mal unumgänglich sein, nur mit Licht bewaffnet. Wölfe greifen, so sagt der Mann, nicht an, wenn sie Ihr Ziel nicht genau lokalisieren können. Das Licht blendet sie und das ist unsere Chance. Per se ist der Wolf sehr schlau und kennt den Menschen – er meidet ihn, weil er sein Gewehr kennt.  

Wölfe wurden auch schon lauernd in der Nähe von Pferde- und Schafskoppeln im Ort gesehen.

Ich persönlich finde es eine gute Nachricht, dass die Wölfe zurück sind. Voller Respekt vor diesen starken, wilden Wesen werde ich mich ab heute im Dunkeln nicht mehr im Wald aufhalten. Gerade jetzt im September /Oktober sind die Wölfe wohl viel auf Jagd, da sie ihre Jungen versorgen müssen.

Hier findest Du eine interessante Doku über das artgerechte und respektvolle Zusammenleben mit dem Wolf: https://amzn.to/3icB9Ij

Noch ein praktischer Tipp von dem Mann: esst keine gesammelten Waldbeeren ungewaschen. Sollte ein Fuchs dort seinen Fuchsbandwurm gelassen haben, kann das für uns Menschen böse ausgehen. https://www.geo.de/natur/fuchsbandwurm–wie-gefaehrlich-ist-das-beeren-sammeln–30625226.html

Für mich war es eine lehrreiche Begegnung im Wald. Das ist das pure Leben, Wissen, das hilfreich ist. Und ich freue mich auf die nächste spannende Begegnung hier draussen im Wald.

Geniesse die Natur. So wild und pur. Und immer mit Bedacht und Respekt.

Von Herzen, Deine Kristina

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